Sprachassistenten als Gender-Falle

Sprachassistenzsysteme haben meist weibliche Stimmen und das nährt den Gender-Bias im IT-Bereich. In ihrem „Brief aus der Zukunft“ weist Miriam Meckel, Gründungsverlegerin von ADA auf die Studie der Unesco mit dem schönen Titel „I´d blush if I could“ hin. Die Studie weist u.a. nach, dass die wichtigsten digitalen Assistenzsysteme (Alexa, Siri, Cortana, Google) dazu beitragen, den Frauenanteil im IT-Bereich klein zu halten. Wie das? Wenn Assistenzsysteme, also neutrale Computer, weibliche Stimmen haben, nähren sie die Klischees über Assistenz, fleißige Hilfsbereitschaft und Harmlosigkeit von Frauen. Auch die Antworten auf sexistische Inhalte durch den Nutzer bedürfen der Überarbeitung, so die Studie. Deren Lektüre lohnt sich schon wegen des Dilbert-Comics (S.106) und kommt zu vielen inspirierenden Einsichten.

Ach so: „Unconscious Bias“ (UB), unbewusste Vorannahmen, steuern uns, jeden und jede, so funktioniert unser Gehirn. Was hilft dagegen? Bewusst machen durch darüber reden; im Unternehmen systematisch Maßnahmen ergreifen, die diskriminierende UBs so weit wie möglich in ihrer Wirkung entkräften oder überlagern; sich selbst mal beobachten. Bei Siri kann man die Voreinstellung übrigens ändern und eine männliche Stimme wählen. Probieren Sie´s ´mal, und achten Sie auf die Wirkung.

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Netzwerken – richtig wichtig für Frauen und 3 Tipps

In der Serie „Bad Banks“, Folge 2, etwa bei Minute 30 sagt Jana zu Tao, die sich über bestimmte Informationen ausschweigt: „…Check mal meinen Lebenslauf: Ich habe auch nichts geschenkt bekommen. Aber es geht halt nicht: Wir sind Frauen – und Frauen arbeiten nicht zusammen, die bilden keine Clubs, die gehen auch nicht zusammen in den Puff, wir tun lieber so, als würden wir uns gegenseitig hassen und machen uns gegenseitig kaputt“. Was als Topos im Mainstream angekommen ist, hat Claudia Tödtmann in ihrem Blog auf der Internetseite der Wirtschaftswoche genauso treffend, aber in sachlicher Form formuliert: entscheidende Fähigkeiten auf dem Karriereweg sind Netzwerken und Allianzen schmieden. Damit tun sich Frauen schwer. Es fühlt sich so unredlich an. Gezielt Netzwerke zur Beförderung für den beruflichen Erfolg zu knüpfen, das ist für viele immer noch unlauter. Während Männer oft mehrere Stunden täglich ihr Netzwerk pflegen und aktiv ausbauen, um sich zu informieren und Synergien zu schaffen, sind Frauen an dieser Stelle immer noch zurückhaltend und bescheiden. Dabei zeigt die Erfahrung aller, die es bis nach oben geschafft haben: Netzwerken, sich zeigen und aktiv auf Leute zugehen, Informationen und Gefälligkeiten austauschen, das sind, neben Sachkenntnis, Leistung und Kompetenz die wichtigsten Helferlein auf dem Treppchen nach oben.

Und eines müssen wir Frauen unbedingt noch besser begreifen und vorantreiben: Dass es uns alle weiterbringt, wenn wir uns nicht als Konkurrenz betrachten und uns gegenseitig Steine in den Weg legen,  sondern wir gut daran tun, uns, so wie die Männer es auch machen, gegenseitig auf dem Weg nach oben zu unterstützen.

Die drei Tipps von Claudia Tödtmann (auf Plattformen präsent sein, Hilfe anbieten, Geduld aufwenden) seien hier ergänzt um Folgende – schreiben Sie sich am besten gleich Ihre Antworten auf:

  1. Mit welchen drei Menschen in Ihrem beruflichen Umfeld, die für Ihr Weiterkommen wichtig sein könnten, werden Sie sich in den nächsten drei Wochen gezielt zum Mittagessen verabreden?
  2. Welche Veranstaltung mit Netzwerkcharakter werden Sie in den nächsten vier Wochen besuchen?
  3. Mit welcher Frau möchten Sie eine strategische Allianz bilden? Sprechen Sie sie darauf an.

Und übrigens: Ein wenig später in der Folge 2 von „Bad Banks“ (zu sehen auf der ZDF Mediathek bis Ende August), da arbeitet Tao dann mit Jana zusammen. Einfach mal ausprobieren (es muss ja nicht bei der „Global Invest“ sein…).

Zum Artikel „Netzwerken ist auch Arbeit“ von Claudia Tödtmann (WiWo, 25.04.2018)

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Frauen an die Spitze – Eine starke Wirtschaft braucht Frauen!

„Inspiring women: Scaling up women’s entrepreneurship“ – in der Podiumsdiskussion des W20 Summit 2017 in Berlin diskutieren Bundeskanzlerin Angela Merkel, Nicola Leibinger-Kammüller (Trumpf GmbH) und fünf weitere hochkarätige internatinonale Spitzenfrauen aus Wirtschaft und Politik in spannenden und zum Teil unterhaltsamen 90 Minuten, wie weibliches Unternehmertum weltweit gefördert werden kann, warum es die Aufsichtsratsquote gibt und vieles mehr.

Bundeskanzlerin Angela Merkel, IWF-Chefin Christine Lagande, Ivanka Trunk (die Tochter des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump), Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Trumpf GmbH, die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland und drei weitere Spitzenfrauen diskutierten klug, differenziert und immer wieder mit Humor alle wesentlichen Herausforderungen für Frauen weltweit: Vom Zugang zu Krediten über Kinderbetreuung und Aufsichtsratsquoten bis hin zu Fragen, ob Frauen manchmal zu ihrem Karriereglück gezwungen werden müssen – und dass Widerstand gesellschaftlich zu erwarten ist – und ob Angela Merkel sich als Feministin betrachtet oder nicht. Die neunzig Minuten „Inspiring women: Scaling up women’s entrepreneurship“ waren weit mehr als eine Diskussion über die Stärkung von weiblichem Unternehmertums. Es war ein motivierender und inspirierender Parcours durch die aktuellen Themen von Frauen, durchlaufen von Frauen, die genau wissen, wovon sie sprechen. Kluge Frauen, die fast alle zwischendurch mal an ihren Haaren zubbeln (ja, auch die Kanzlerin…) und die wissen, wie viel für Frauen derzeit auf dem Spiel steht. Sie differenzieren. Sie wollen trotz aller Verschiedenheit in den gleichen Themen vorankommen. Mich hat es motiviert und positiv gestimmt, dieser Podiumsdiskussion zu folgen, und falls Sie heute oder demnächst mal abends etwas Zeit haben, gönnen Sie sich die 90 Minuten. Es fängt langsam an, doch nach einer Weile gewinnt die Diskussion an Fahrt, an Humor, an Präzision und endet mit klaren Botschaften für die Zukunft. Viel Spaß dabei!

Hier geht’s zum Original ohne Übersetzung.

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