Die Yogi-Löw-Methode revisited – Was lehrt uns das Scheitern der Nationalelf über erfolgreiche Teams?

Am 28. Mai 2018, als die deutsche Nationalelf in Tirol trainierte, hat Jogi Löw einige Aspekte seines Teamansatzes verraten (Die Jogi-Löw-Methode). Einen Monat später ist die deutsche Nationalelf schon in der ersten Runde der Fußball-Weltmeisterschaft schmählich ausgeschieden.
Eine Coaching-Klientin von mir kommentierte kurz darauf: „Angesichts der aktuellen Entwicklungen muss die Jogi-Löw-Methode, die Sie in Ihrem Blog beschrieben haben, eventuell noch einmal überdacht werden.“ Gute Frage. Muss sie das?

Kurz zur Erinnerung: Löw brachte in seinem Interview drei wesentliche Aspekte gelungener Teamentwicklung auf den Punkt: (1) Wertschätzung, Zugehörigkeit, Bedeutung jedes Teammitglieds, (2) Sozialkompetenz und (3) den Blick fürs Ganze wahren.
Diese drei Aspekte sind nach wie vor wesentlich. Einmal angenommen, sie waren im Team vorhanden: Woran lag die Niederlage? Mangelnde Fähigkeiten der Spieler waren es nicht, denn „da spielten technisch und taktisch versierte Champion-League-Sieger und Weltmeister, die jedes Detail beherrschen, das zu diesem Spiel gehört“ (Christof Kneer, SZ-Kommmentar vom 27.6.2018). Pech war es auch nicht, denn „wir haben viele Torchancen gehabt, sind aber nicht in Führung gegangen, um unser Spiel aufzuziehen“ (Jogi Löw). Nicht in Führung gegangen zu sein, woran lag das?

Es fehlten zwei weitere wesentliche Aspekte erfolgreichen Tuns, die in dem kurzen Interview von Jogi Löw vom Mai nicht vorkamen: (4) den unerschütterlichen Willen zu gewinnen und (5) die feste Überzeugung, es schaffen zu können.
Den ersten Aspekt, den unerschütterlichen Willen zu gewinnen, hat Manuel Neuer thematisiert: „Ich denke, dass von uns allen die Bereitschaft einfach nicht groß genug war und dieser unbedingte Wille, einfach zu zeigen, dass wir hier bei der Weltmeisterschaft etwas reißen wollen, gefehlt hat“. Stattdessen gab es, wenn man den Kommentatoren vor Ort glauben darf, eine „Das-wird-schon-glatt-laufen-Haltung“, übersteigertes Selbstbewusstsein und Selbstüberschätzung. Wie kann das sein?

Schon im Vorfeld war ersichtlich, dass die Mannschaft nicht brillierte und die Spieler sind Profis, ein Maß an Realismus sollten sie haben. Was ihnen fehlte, war die feste Überzeugung, es schaffen zu können! Der mangelnde Glaube an sich selbst als Team wurde mit Selbstüberschätzung und Arroganz übertüncht. Dieser Glaube, der den Willen bedingt, fehlte aus mehreren Gründen. Zum einen ist es unfassbar schwer, einen Titel bei der darauffolgenden WM zu bestätigen. In 88 Jahren Fußball-WM ist dies nur zwei Mal gelungen: Italien 1934/1938 und Brasilien 1958/62. Das ist schon lange her. Es gab somit keine überzeugende Evidenz des Machbaren. Zum anderen fehlten Spieler, die das Team zusammenhielten, aufbauten und mit Humor voranbrachten. Alle, die diese Rolle 2014 übernommen hatten, waren 2018 nicht mehr dabei. Und drittens: Der Sieg 2014 war über acht Jahre aufgebaut worden (2006 dritter, 2010 zweiter Platz). Der Erwartungsdruck 2014 war enorm, die Spannung hoch. All dies fehlte 2018.

Was können Teamchefs und Hochleistungsteams daraus lernen? Entscheidend ist neben den ersten drei Aspekten erfolgreicher Teams auch der unbedingte Wille, es schaffen zu wollen und der unerschütterliche Glaube daran, dies zu können Wenn Sie Ihr Team zum Erfolg führen wollen, müssen Sie diese Motivation ins Team bringen! Sorgen Sie für Teammitglieder, die Sie dabei unterstützen, Ihre Botschaft zu transportieren, die motivieren, zusammenhalten, den Humor nicht verlieren. Schauen Sie unter die Oberfläche dahingesagter Floskeln und lapidaren Verhaltens. Hören Sie genau hin. Sprechen Sie mögliche Zweifel an, räumen Sie sie aus. Sorgen Sie für positive Glaubenssätze im Team.
Das Team muss seinen Erfolg uneingeschränkt wollen und fest an seine Verwirklichung glauben. Sonst bleiben Sie mittelmäßig auf der Strecke wie die deutsche Nationalelf.

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Die Jogi-Löw-Methode

Fast jeder Vorstandsvorsitzende und jede Geschäftsführerin hat sich wohl schon gefragt, wie er bzw. sie aus einer Gruppe hochqualifizierter und persönlich ehrgeiziger Individuen ein erfolgsschwingendes Hochleistungsteam formt.

Jogi Löw, in seiner Rolle als Team-Coach der Nationalmannschaft, hat diese Frage heute im Deutschlandfunk für seine Nationalmannschaft im Südtiroler Trainingslager auf Jogi-Löw-Weise beantwortet: „Das muss ich als Trainer schaffen, jedem Spieler irgendwie das Gefühl zu geben, er hat ’ne Aufgabe, er ist dabei, er spielt ’ne wichtige Rolle. Er hat für das Team ’ne wichtige Rolle. Und Spieler, die ihr eigenes Ego einfach auch manchmal ein bisschen zurücknehmen, das große Ganze immer irgendwie im Blick haben. Und wenn das jeder macht und jeder tut, mit diesem Respekt eben auch mit dem anderen umgeht, dann ist das Team eigentlich schon mal irgendwie im Laufen.“

Löw bringt wesentliche Aspekte gelungener Teamentwicklung auf den Punkt:

  1. Wertschätzung, Zugehörigkeit, Bedeutung.

Menschen wollen gesehen werden, wichtig sein, auch Fußballspieler in einer Nationalelf. Manch Außenstehender wäre wohl schon zufrieden, überhaupt Teil von ihr zu sein! Doch die bloße Mitgliedschaft reicht nicht als Selbstwert-Versicherung. Dabei sein ist nicht alles. Als Teammitglied will man wichtig sein, bedeutsam für das Team und das gemeinsame Ziel.

Jogi Löw versteht die menschliche Psyche: Es geht nicht darum, ob ein Teammitglied de facto eine für das Team wichtige Aufgabe hat, sondern, sagt Löw: „Ich muss es als Trainer schaffen, jedem Spieler irgendwie das Gefühl zu geben …“ Jedem Spieler! Alle in der Mannschaft sind wichtig. Und: ich muss jedem.. das Gefühl geben! Das Gefühl der Zughörigkeit („ er ist dabei“), der Bedeutung („er hat ’ne Aufgabe“, „er spielt ’ne wichtige Rolle“) ist entscheidend, nicht eine tatsächliche objektive Bedeutung. Löw weiß: Der Erfolg ist eine Mannschaftsleistung, bei dem auch die zählen, die auf der Reservebank sitzen und sich bedeutend fühlen. Weil sie den Teamgeist mitprägen.

  1. Sozialkompetenz. Löw will an die Teammitglieder appellieren: „Spieler, die ihr eigenes Ego einfach auch manchmal ein bisschen zurücknehmen.“

Wenn sich Mitglieder in Vorständen und der Geschäftsleitung als Spieler sähen (eine gerade von Männern gerne gewählte Metapher), könnten sie Löws Satz eins zu eins auf ihr eigenes Team übertragen.

  1. Den Blick fürs Ganze wahren. Eng verbunden mit der Sozialkompetenz ist der Wunsch, die Spieler mögen das große Ganze im Blick behalten. Das ist essentiell! Wie oft verlieren sich Teams auf Nebenkriegsschauplätzen, in persönlichen Fehden und verqueren Konflikten, weil „das große Ganze“ aus dem Fokus geraten ist und sie sich in selbstbezogenem Hickhack verlieren?

In seiner Verschränkung von Sozialkompetenz und Gesamtschau ist Löw entwaffnend ehrlich: Es geht bei Hochleistungsteams – egal ob Nationalelf oder Unternehmensvorstand – nicht um Sozialkompetenz „per se“, sondern sie ist Mittel zum Zweck, um erfolgreich zu sein. Für das Spiel, die WM zu gewinnen, besser zu sein als die Mitbewerber oder schlicht über sich hinaus zu wachsen, ist es eine wesentliche Aufgabe des Teamcoachs, das große Ganze (wieder) ins Zentrum zu rücken und den eigentlichen Sinn des Miteinanders präsent zu halten.

Jogi Löw hat in wenigen, schlichten Sätzen morgens im Deutschlandfunk quasi nebenbei zusammengefasst, was in der Managementliteratur Bücherwände füllt.

Mein Tipp: Falls Sie Ihr Team zur Höchstleistung bringen wollen, probieren Sie die Jogi-Löw-Methode.

Mehr zu Teams: „Die Acht Geheimnisse erfolgreicher Teams“

Statement von Jogi Löw zum Teambuilding:

 

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Netzwerken – richtig wichtig für Frauen und 3 Tipps

In der Serie „Bad Banks“, Folge 2, etwa bei Minute 30 sagt Jana zu Tao, die sich über bestimmte Informationen ausschweigt: „…Check mal meinen Lebenslauf: Ich habe auch nichts geschenkt bekommen. Aber es geht halt nicht: Wir sind Frauen – und Frauen arbeiten nicht zusammen, die bilden keine Clubs, die gehen auch nicht zusammen in den Puff, wir tun lieber so, als würden wir uns gegenseitig hassen und machen uns gegenseitig kaputt“. Was als Topos im Mainstream angekommen ist, hat Claudia Tödtmann in ihrem Blog auf der Internetseite der Wirtschaftswoche genauso treffend, aber in sachlicher Form formuliert: entscheidende Fähigkeiten auf dem Karriereweg sind Netzwerken und Allianzen schmieden. Damit tun sich Frauen schwer. Es fühlt sich so unredlich an. Gezielt Netzwerke zur Beförderung für den beruflichen Erfolg zu knüpfen, das ist für viele immer noch unlauter. Während Männer oft mehrere Stunden täglich ihr Netzwerk pflegen und aktiv ausbauen, um sich zu informieren und Synergien zu schaffen, sind Frauen an dieser Stelle immer noch zurückhaltend und bescheiden. Dabei zeigt die Erfahrung aller, die es bis nach oben geschafft haben: Netzwerken, sich zeigen und aktiv auf Leute zugehen, Informationen und Gefälligkeiten austauschen, das sind, neben Sachkenntnis, Leistung und Kompetenz die wichtigsten Helferlein auf dem Treppchen nach oben.

Und eines müssen wir Frauen unbedingt noch besser begreifen und vorantreiben: Dass es uns alle weiterbringt, wenn wir uns nicht als Konkurrenz betrachten und uns gegenseitig Steine in den Weg legen,  sondern wir gut daran tun, uns, so wie die Männer es auch machen, gegenseitig auf dem Weg nach oben zu unterstützen.

Die drei Tipps von Claudia Tödtmann (auf Plattformen präsent sein, Hilfe anbieten, Geduld aufwenden) seien hier ergänzt um Folgende – schreiben Sie sich am besten gleich Ihre Antworten auf:

  1. Mit welchen drei Menschen in Ihrem beruflichen Umfeld, die für Ihr Weiterkommen wichtig sein könnten, werden Sie sich in den nächsten drei Wochen gezielt zum Mittagessen verabreden?
  2. Welche Veranstaltung mit Netzwerkcharakter werden Sie in den nächsten vier Wochen besuchen?
  3. Mit welcher Frau möchten Sie eine strategische Allianz bilden? Sprechen Sie sie darauf an.

Und übrigens: Ein wenig später in der Folge 2 von „Bad Banks“ (zu sehen auf der ZDF Mediathek bis Ende August), da arbeitet Tao dann mit Jana zusammen. Einfach mal ausprobieren (es muss ja nicht bei der „Global Invest“ sein…).

Zum Artikel „Netzwerken ist auch Arbeit“ von Claudia Tödtmann (WiWo, 25.04.2018)

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Räume jenseits der Performance finden

Harte Entscheidungen, klare Ansagen, strategisches Denken, VUCA-Fähigkeit und „Zahlen-Daten-Fakten“-Blick, zugleich emotionale Intelligenz, begeisternde Kommunikation, Achtsamkeit, und Einfühlungsvermögen. 62 Kompetenzen werden von Managern und Managerinnen erwartet, las ich unlängst in einem aktuellen Personaler-Buch aus Deutschland. Die Top-Führungskraft als Übermensch – perfekt, umfassend, systematisch.

Auf der anderen Seite der amerikanische Ansatz: “Extraordinary Leadership“ ist stärkenbasiert, etwa drei Stärken, das reiche. Diese Stärken aber bitte richtig: Gigantische, überdimensionale, außergewöhnliche Stärkenbefähigung der herausragenden Führungskraft.

Konfrontiert mit den immer komplexer und flüchtiger werdenden Bedingungen der Unternehmensführung, fragt sich wohl der ein oder die andere, wie das weiter zu schaffen sein soll – immer mehr Einsatz, immer mehr Kraft.  Fragen auch Sie sich insgeheim: Wie soll das so weitergehen? Und: Wie verhindere ich, dabei auf der Strecke zu bleiben?

Dreierlei ist hier entscheidend: Rückzug, Innehalten, Austausch.

Um neue Ansätze und neue Denkwege zu finden, müssen Sie sich als Entscheider erlauben, das eigene Tun ab und an grundlegend zu hinterfragen und sich auf die Suche nach neuen Erfahrungen mit sich selbst begeben. Wie können Sie neue Räume des Denkens, Fühlens und probenden Handelns betreten? Trotz aller Leistungsorientierung, allen Wettbewerbs und Ausnahmefähigkeiten, die Top-Entscheidende vorweisen, brauchen auch Sie Zeiten der Ruhe und der Anregung zur Reflexion, verbunden mit neuen Erfahrungen.

Nur wenn Sie es sich erlauben, auf Zeit einmal nicht Hero oder Heldin sein zu müssen, sind Sie in der Lage, aus dem gesamten Potenzial zu schöpfen und über sich selbst hinauszuwachsen.

Aspekt eins – Rückzug

Wettbewerb ist das Elixier unserer Wirtschaft und treibt die Veränderung und das, was wir Fortschritt nennen. Er wird durch die technischen Veränderungen und die Digitalisierung atemloser, komplexer, drängelnder. Höher, schneller, weiter. Dazu benötigen Sie eine gute Persönlichkeitskonstitution, Energie und Ausdauer. Eine „resiliente Persönlichkeit“, sagt man in der Psychologie. Doch selbst stress- und druckresiliente Menschen benötigen immer wieder Rückzug und Erholung. Sonst droht über kurz oder lang die totale Erschöpfung, umgangssprachlich als Burnout-Syndrom bezeichnet.
Muße, sagt der chilenische Ökonom Max Neef, ist eines der neun Grundbedürfnisse des Menschen. Ohne Muße keine Erneuerung, keine neuen Energien.

Aspekt zwei – Innehalten zum Zurück- und Voranblicken

Menschen mit hohen Leistungsanforderungen in Verantwortungspositionen suchen Entscheidungssicherheit. Doch woher nehmen Sie als Entscheider oder Entscheiderin die Gewissheit, dass Sie in der richtigen Richtung unterwegs sind? Woher wissen Sie, dass Sie sich gut entschieden haben?

Bei der Dynamik des schnellen Handelns ist das eine besondere Herausforderung. Denn je kurztaktiger entschieden werden muss, umso geringer ist die Zeit, nachzudenken, neue Ideen zu generieren, das Ganze einmal von einer anderen Seite zu betrachten. Oft schrumpft diese Zeit auf null zusammen. Entscheidungen werden ad hoc getroffen und das Gehirn greift auf unbewusst gespeicherte, „bewährte“ Erfahrungen zurück und wendet diese auf eine veränderte Situation an. In Unternehmenskontexten, wo es um langfristiges, in jeder Hinsicht „nachhaltiges“, d.h. zukunftsfähiges Handeln geht, kann die Anwendung von Bewährtem auf scheinbar bekannte Situationen in sich verändernden Rahmenbedingungen fatal sein. VUCA – volatil, ungewiss, komplex und ambig – sind die meisten Managementkontexte heute. Es gilt nicht nur, sie auszuhalten, sondern auch, ihnen mit Souveränität zu begegnen. Auch wenn es ein guter Indikator sein mag – Bauchgefühl allein reicht dabei nicht aus. Gefordert ist ein erweiterter Blick jenseits des operativen Handelns mit Zeit zum Betrachten. Wie schaffe ich es, die Welt in ihrer Gesamtheit besser zu erfassen, die Zeichen der Zeit wirklich zu erkennen und daraus die richtigen Impulse und Innovationen für mein Handeln zu gewinnen?

Dies geht nur über ein Innehalten zum Zurück- und Voranblicken, Von-außen-drauf-Schauen und Hinterfragen. Doch geht es dabei nicht nur um eine Betrachtung mit altbewährten Analysetools. Es geht um viel mehr. Es geht um die Erlaubnis, wirkliche Alternativen zu durchdenken. Weit über den Tellerrand hinauszublicken, neue Impulse zu erhalten und vor allem: eigene neue Erfahrungen zu machen, möglichst als Probehandlung, und Horizonte zu öffnen, das sind Kernelemente für wirkliche Veränderung. Die Aneignung der anderen Sicht durch persönliche Erfahrung und daraus abgeleitete Einsicht wird hier zusammenfassend Andsicht genannt.

Aspekt drei – Austausch mit Gleichgesinnten

Neue Ideen sind gut, Erfahrungen unerlässlich. Sie reichen alleine jedoch nicht aus. Es geht nicht nur um Muße, um gute Ideen und persönliche Erfahrungen. Denn Veränderungsoptionen, die ich in der Welt skalieren will, müssen auch abgewogen und eingeschätzt werden, um sie dann in der Welt wagen zu können. Sie müssen getestet, hin- und hergewendet und von allen Seiten betrachtet werden. Herausragende Führungskräfte und Unternehmer brauchen die Möglichkeit, sich zu reflektieren und auszutauschen. Sie benötigen Rückmeldung über das von ihnen Gedachte. Es geht um Abgleich, um Erwägungen des Für und Wider mit kompetenten Sparring-Partnern.

Nur durch das Du kommt man zum Ich, schreibt Martin Buber. Es geht um ehrlichen Austausch unter Gleichen, um Begegnung ohne Fassade.

Worum es geht

Um auf der Höhe der Zeit innovativ und schaffenskräftig zu bleiben, braucht es dreierlei: Muße, Menschen zum Austausch und Experten, die Ihnen eine andere Sicht, Andsichten ermöglichen. Denn sowohl Wissen als auch Erfahrung ohne erkennende Einsicht sind ohne Bedeutung.
Erlauben Sie sich einen Ausstieg aus dem operativen Alltag. Schaffen Sie sich neue Möglichkeits-Räume. Mit spannenden Anderen, denen Sie vertrauen.

Personal Off-Site

Ihr Interesse ist geweckt? Dr. Gudrun Henne Executive Coaching bietet  Möglichkeits-Räume an – die Personal Off-Site: Zwei exklusive Tage für Menschen in Verantwortung.

Mehr Infos zur Personal Off-Site

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Veränderungskompetenz: Die Wunderfrage

In meinem Interview mit Birgit Schürmann zum Thema Rhetorik und Coaching (Hier geht’s zum Podcast) wird die Wunderfrage erwähnt. Die Wunderfrage ist eine höchst effektive Fragetechnik aus der lösungsfokussierten Beratung. Sie wurde von dem Begründer der Kurzzeitberatung, Steve de Shazer, entwickelt und von Insa Sparrer, Mitbegründerin des Syst-Instituts für systemische Ausbildung, Fortbildung und Forschung in München, weiterentwickelt. Möchten Sie sie ausprobieren? Dann setzen Sie sich bequem hin. Sind Sie bereit?

Es geht los:

Wählen Sie eine Frage, ein Anliegen, ein Problem, eine Herausforderung, eine Situation, die Sie meistern wollen. Vielleicht müssen Sie als Unternehmer oder Unternehmerin eine weitreichende Entscheidung treffen, oder Sie müssen eine schwierige Situation mit einem Geschäftspartner oder einem Mitglied des Vorstands lösen. Oder es läuft in der Familie gerade überhaupt nicht rund… Haben Sie sich für ein Anliegen entschieden?

Ich werde Ihnen jetzt eine ganz merkwürdige Frage stellen, eine wirklich seltsame und ungewöhnliche Frage, die Sie möglicherweise erstaunen wird, vielleicht auch irritieren oder ärgern. Es ist, wie gesagt, eine merkwürdige Frage.

Ich bitte Sie, diese Frage einfach auf sich wirken zu lassen, ganz entspannt, wie ein Experiment… Sie langsam zu lesen und einfach in Gedanken dem Text zu folgen, wie einem Pfad in der Natur, den man noch nicht kennt und den man neugierig weiter und weiter geht, und sich überraschen lässt, was es hinter einer Wegbiegung Neues zu entdecken gibt…

Und einmal angenommen… heute Abend verbringen Sie den Abend wie gewohnt, oder vielleicht auch anders als sonst, weil Sie etwas Besonderes vorhaben… Irgendwann ist der Abend zu Ende… Sie bereiten sich darauf vor ins Bett zu gehen… Sie tun, was Sie immer am Abend tun, bevor Sie ins Bett gehen, oder vielleicht machen Sie auch etwas anders als sonst, Sie tun einfach, was Sie tun…

Sie verbringen Zeit im Badezimmer. Sie putzen sich die Zähne. Sie legen Ihre Kleidung ab, Sie waschen sich, Sie schauen in den Spiegel, Sie hängen das Handtuch auf. Sie machen, was Sie machen…

Sie bereiten sich darauf vor, ins Bett zu gehen. Vielleicht sind Sie sehr müde. Vielleicht ist es auch nur der Zeitpunkt, an dem Sie für gewöhnlich ins Bett gehen…

Irgendwann legen Sie sich ins Bett, decken sich zu, vielleicht rücken oder schütteln Sie das Kissen zurecht, legen vielleicht Ihre Brille ab oder ein Buch aus der Hand… und irgendwann löschen Sie das Licht und schlafen ein… Vielleicht nicht sofort, vielleicht erst nach einer Weile, irgendwann schlafen Sie.  Sie schlafen tief oder rollen sich ab und zu von Seite zu Seite… Vielleicht lässt Sie Ihr Thema nicht los oder vielleicht schlafen Sie auch tief und fest, vielleicht träumen Sie. Es wird später und später… 1:00 Uhr, 2:00 Uhr, 3:00 Uhr… und Sie schlafen… Sie schlafen… manchmal bewegen Sie sich vielleicht im Schlaf…  schlafen… schlafen tief… haben Träume… schlafen traumlos… Es wird 3:00 Uhr und 4:00 Uhr und 4:30 Uhr… und irgendwann… tief in der Nacht, so tief, dass Sie es nicht mitbekommen, da Sie ja schlafen, tief oder weniger tief, traumlos oder träumend… Sie sind einfach damit beschäftigt zu schlafen oder zu versuchen zu schlafen… Und einmal angenommen, irgendwann in der Nacht, tief in dieser Nacht, passiert etwas Besonderes, etwas Ungewöhnliches. Etwas, das alle Ihre Themen, alles, was Sie zuvor beschäftigt hat, löst. Alles ist gelöst. Das wäre ja fast wie ein Wunder, nicht wahr?…
Weil Sie schlafen, merken Sie nicht, dass sich durch dieses ungewöhnliche Ereignisse alles gelöst hat.
Sie wachen am Morgen auf, ohne es zu wissen. Und einmal angenommen, alles ist am nächsten Morgen gelöst, ohne dass Sie es wissen…

Woran erkennen Sie und wann, dass alles gelöst ist?
Was ist anders als zuvor?
Beschreiben Sie genau, woran Sie die Veränderung erkennen, erkennen, dass sich alles gelöst hat. Was ist anders?
Und was noch?
Und was noch?…

Wer außer Ihnen würde noch erkennen, dass alles anders ist und alles gelöst ist? Woran würde es Ihr Geschäftspartner erkennen? Ihr Kollege?
Ihre Geschäftspartnerin? Ihre Kunden? Woran würden Ihre Mitarbeiter es erkennen und Ihre Mitarbeiterinnen?
Würde Ihr Ehepartner es erkennen? Wer in Ihrer Familie würde es noch woran erkennen?
Und woran noch?
Und woran noch?…

Beschreiben Sie so genau wie möglich, woran Sie erkennen, dass alles gelöst wäre. Wie gesagt, es wäre fast wie ein Wunder… Und Sie wissen ganz genau, woran Sie es erkennen würden.

Lassen Sie sich Zeit zu überlegen, woran Sie erkennen werden, dass alles gelöst ist. Einfach einmal angenommen, das wäre so. Ein Gedankenexperiment, auch wenn es Ihnen merkwürdig oder unwahrscheinlich scheint, seien Sie neugierig darauf, was anders ist, wenn auf wundersame Weise alles gelöst ist… Vielleicht schreiben Sie auf, woran genau Sie den Unterschied erkennen. Beschreiben Sie es so genau wie möglich auf.

Manchmal driften Sie vielleicht ab, zurück zu der Zeit, als es noch nicht gelöst war, und grübeln darüber nach. Sobald Sie das bemerken, erinnern Sie sich wieder daran, dass wir einfach einmal annehmen, alles wäre gelöst.
Also angenommen, alles wäre gelöst, was wäre dann noch anders?
Beschreiben Sie alles ganz genau.

Wenn Sie damit fertig sind, also wirklich damit fertig sind, dann überlegen Sie, welches der erste Schritt in Richtung dieses Zustands wäre, in dem alles gelöst sein könnte.

Wann gehen Sie jetzt diesen ersten Schritt?

Nun recken und strecken Sie sich nach diesem inneren Ausflug.

Lassen Sie sich überraschen, was Sie für Veränderungen bemerken werden
Achten Sie besonders auf Veränderungen.

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Interview: Was Sie schon immer über Coaching wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten

JETZT HÖREN: In ihrem brandaktuellen Podcast interviewt mich Birgit Schürmann, Rednerin, Rhetoriktrainerin und Podcasterin („Rhetorik, die im Kopf bleibt“) zu Sprache und Fragen im Coaching und was Sie immer schon über Coaching wissen wollten, aber bisher nie zu fragen wagten.

Hier geht’s zum Podcast

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Frauen an die Spitze – Eine starke Wirtschaft braucht Frauen!

„Inspiring women: Scaling up women’s entrepreneurship“ – in der Podiumsdiskussion des W20 Summit 2017 in Berlin diskutieren Bundeskanzlerin Angela Merkel, Nicola Leibinger-Kammüller (Trumpf GmbH) und fünf weitere hochkarätige internatinonale Spitzenfrauen aus Wirtschaft und Politik in spannenden und zum Teil unterhaltsamen 90 Minuten, wie weibliches Unternehmertum weltweit gefördert werden kann, warum es die Aufsichtsratsquote gibt und vieles mehr.

Bundeskanzlerin Angela Merkel, IWF-Chefin Christine Lagande, Ivanka Trunk (die Tochter des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump), Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Trumpf GmbH, die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland und drei weitere Spitzenfrauen diskutierten klug, differenziert und immer wieder mit Humor alle wesentlichen Herausforderungen für Frauen weltweit: Vom Zugang zu Krediten über Kinderbetreuung und Aufsichtsratsquoten bis hin zu Fragen, ob Frauen manchmal zu ihrem Karriereglück gezwungen werden müssen – und dass Widerstand gesellschaftlich zu erwarten ist – und ob Angela Merkel sich als Feministin betrachtet oder nicht. Die neunzig Minuten „Inspiring women: Scaling up women’s entrepreneurship“ waren weit mehr als eine Diskussion über die Stärkung von weiblichem Unternehmertums. Es war ein motivierender und inspirierender Parcours durch die aktuellen Themen von Frauen, durchlaufen von Frauen, die genau wissen, wovon sie sprechen. Kluge Frauen, die fast alle zwischendurch mal an ihren Haaren zubbeln (ja, auch die Kanzlerin…) und die wissen, wie viel für Frauen derzeit auf dem Spiel steht. Sie differenzieren. Sie wollen trotz aller Verschiedenheit in den gleichen Themen vorankommen. Mich hat es motiviert und positiv gestimmt, dieser Podiumsdiskussion zu folgen, und falls Sie heute oder demnächst mal abends etwas Zeit haben, gönnen Sie sich die 90 Minuten. Es fängt langsam an, doch nach einer Weile gewinnt die Diskussion an Fahrt, an Humor, an Präzision und endet mit klaren Botschaften für die Zukunft. Viel Spaß dabei!

Hier geht’s zum Original ohne Übersetzung.

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